Ein CO2-Preis ist notwendig, effizient und gerecht.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der „Scientists for Future“ (S4F) geben Orientierung zu Fragen einer umfassenden CO2-Bepreisung 19. August 2019 Scientists for Future Berlin

Berlin, 19. 08. 2019 | Einen Monat vor der entscheidenden Sitzung des Klimakabinetts der deutschen Bundesregierung haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von „Scientists for Future“ heute Antworten auf jene zehn Fragen veröffentlicht, die ihnen in Gesprächen und Diskussionen zur CO2-Bepreisung in den vergangenen Wochen und Monaten am häufigsten begegnet sind. Von der Frage der Wirksamkeit bis hin zur Frage nach der angemessenen Höhe informiert der Text mit kurzen Antworten und ausführlichen Erläuterungen. Weitere Fragen behandeln die Lenkungswirkungen, mögliche Folgen für die Wirtschaft und für die Verteilungsgerechtigkeit sowie die Einbettung in einen breiteren Instrumentenmix.

Innerhalb der Volkswirtschaftslehre besteht seit Jahrzehnten großer Konsens, dass ein Preis für Treibhausgase ein sinnvolles Mittel ist, diese klimarelevanten Emissionen schnell und kostengünstig zu senken. Im Zuge der „Fridays for Future“-Proteste, verstärkt durch die Europawahl und entsprechende Ankündigungen der Bundesregierung, fand das Thema nun auch breite Aufmerksamkeit in Politik, Medien und Öffentlichkeit.

Inzwischen wurden zahlreiche neue Studien und Empfehlungen vorgestellt. Unterschiedlicher Konzepte und Instrumente ringen um Aufmerksamkeit, ihre Befürworter und Gegner streiten leidenschaftlich – und viele Menschen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben Mühe, dabei den Überblick zu behalten.

Als Scientists for Future wollen wir für Politik und interessierte Öffentlichkeit die aktuellen Fragen zur CO2-Bepreisung verständlich und wissenschaftlich fundiert beantworten. Das ist eine wichtige Aufgabe der Wissenschaft“ sagt Dr. Linus Mattauch, einer der beiden leitenden Autoren. Sein Kollege Prof. Dr. Felix Creutzig ergänzt: „Das gesamte Autorenteam unterstützt die rasche Einführung eines Preises für alle relevanten Treibhausgasemissionen als effizientes, notwendiges und sozial gerechtes Mittel für den Klimaschutz. Aber wir geben keine Empfehlung ab, ob der Preis über eine Steuer oder einen Emissionshandel realisiert wird. Wir zeigen Fakten auf und erläutern die jeweiligen Vor- und Nachteile.“

Die „Scientists for Future“ (S4F) möchten zur Objektivität und Sachlichkeit in der Debatte um Klima und Nachhaltigkeit beitragen. Das Dokument zeigt, was hinter der Idee eines CO2-Preises steckt. Es ist auf der S4F-Website unter folgendem Link abrufbar: https://www.scientists4future.org/2019/08/co2-preis-klimafreundliche-gesellschaft/

Mattauch, Linus / Creutzig, Felix et al.: „Antworten auf zentrale Fragen zur Einführung von CO2-Preisen.Gestaltungsoptionen und ihre Auswirkungen für den schnellen Übergang in die klimafreundliche Gesellschaft“, Berlin, 19. 08. 2019.

Ansprechpartner:

Dr. Linus Mattauch, Institute for New Economic Thinking at the Oxford Martin School and Environmental Change Institute, School of Geography and the Environment, University of Oxford, E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. Felix Creutzig, Sustainability Economics of Human Settlements, Technische Universität Berlin & Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change, Berlin, E-Mail: [email protected]  | Tel.: +49 (0)30  33 85 537-225

Dr. Nils aus dem Moore, RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Büro Berlin, Leiter der Forschungsgruppe „Nachhaltigkeit und Governance“, E-Mail: [email protected] | Tel.: +49 (0)30  20 21 598-15